Schüler rockten schneller als geplant

 

Es ist 19.57 Uhr, als Jan Röttger die Bühne in der Elberfelder Uni-Halle am Samstagabend betritt, drei Minuten vor der eigentlich geplanten Zeit. Er hat seine Gitarre in der Hand. Das Instrument, mit welchem der Singer/Songwriter in den kommenden 15 Minuten das Publikum verzücken wird. Feuerzeuge werden hoch gehalten, das überwiegend junge Publikum zeigt sich von Röttgers Musik angetan.

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(Foto: Marcus Müller)

Dabei ist der Ronsdorfer kein “Geheimtipp” mehr, sondern hat sich trotz seiner jungen Jahre zu einem der besten Musiker im Tal entwickelt. Beim Schüler-Rockfestival steht er zum ersten Mal auf der Bühne, war zuvor nur Zuschauer und war vom Erlebten vor Jahren nicht gerade begeistert: “Da war damals so eine Boyband da, die war nicht gut”, erzählt er. Die Veranstaltung an sich sei aber ein Sprungbrett: “Ich finde es gut, dass es so eine Gelegenheit für junge Musiker gibt.”

Respekt zollt Jan Röttger auch den Veranstaltern, dem Ronsdorfer Rockprojekt: “Es ist mutig, einen Headliner wie Max Prosa für das Schüler-Rockfestival zu wählen”, gibt er zu. Zu den Favoriten von Jan Röttger gehörte bei der 26. Auflage des Schülerrocks auch die erst 11-jährige Sängerin Lillith, die direkt vor ihm auf der Bühne stand. “Die ist echt super”, zeigt sich Röttger beeindruckt.

Dass es in diesem Jahr einen großen Teil mit Singer/Songwritern und entsprechend melodischen Songs gab, gefiel nicht unbedingt jedem der über 3.000 Zuschauer, die eher abrocken wollten. “Es ist toll”, attestierten jedoch Franziska (15) und Monique (14), die extra aus Wülfrath nach Elberfeld gekommen waren. Der gleichen Meinung waren auch die Freundinnen Michelle und Gina (beide 15): “Es ist abwechslungsreicher als bei anderen Konzerten, es gibt ruhigere Stücke und dann auch rockige Sachen.”

Ein überaus positives Fazit zog auch Schülerrock-Organisator Björn Krüger vom Ronsdorfer Rockprojekt, während die letzten Künstler auf der Bühne standen: “Wir sind früher dran als geplant, das haben wir noch nie gehabt!” Zwar hatte er letztlich “weniger mitbekommen als gedacht”, da er in diesem Jahr erstmals als Hauptverantwortlicher nach dem Rückzug von Kalle Waldinger an der Spitze des Festivals stand: “Aber ich habe keine Band verpasst”, freute sich Krüger. Zu seinen Favoriten gehörten neben den Trommlern von Barulheiros und den jungen Sängerinnen Sofia (14) und Mira (13) die beiden Nachwuchsbands Pariah Disaster aus Gevelsberg sowie Like a Whale’s Kiss.

In der Publikumsgunst hatten hingegen eindeutig Chris Toppa und Cassafaya die Nase vorn. Das Duo aus dem Niederbergischen und Jamaika brachten die Uni-Halle mit Raggae-Klängen zum Kochen. Mit einer großen Portion von “handgemachter Gitarrenmusik” sowie zwei sehens- und hörenswerten Frontfrauen konnten Revolving Door aus Thüringen begeistern. Die meisten Fans hatten hingegen auch in diesem Jahr Dickes Gebäude aus Remscheid mitgebracht.

 

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